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ESIEE - 1998


Berliner Luftbrücke

24. Juni 1948 - 12. Mai 1949


OBERLE Vincent



Das unaufhörliche Surren der Flugzeuge ertönt heute noch in der Geschichte wie das Symbol des Kalten Krieges. Vor 50 Jahren verwandelte die Berliner Luftbrücke den besiegten deutsche Feind in einen West-Alliierten, aber sie war auch der Anfang einer der gefährlichen Zeiten der Geschichte.



Hintergrund der Krise : Berlin, genau in der Mitte.


Die Stunde Null.


Am 30. April 1945 beging Hitler in seinem Bunker Selbstmord. Am 2. Mai wurde die Kapitulation Berlins unterzeichnet. Berlin war in den Augen der Welt die Hauptstadt der nationalsozialistischen Barbarei. Die Stadt scheint am Ende zu sein. Von Mai bis Juli herrschen die Sowjets über die 2,8 Millionen übriggebliebenen Berliner, bevor Briten, Amerikaner und Franzosen in die Stadt einrücken. Deutschland und Berlin wurden in vier Zonen eingeteilt.

Am 17. Juli begann die Potzdamer Konferenz. Es gab viele Fragen, aber schon bei der Definition von Demokratie begannen die Schwierigkeiten. Oktober 1946 wurden die einzigen freien Wahlen angekündigt, eine Katastrophe für die Kommunisten.


Berlin genau in der Mitte.


Die Spannung fing wirklich am 15. Dezember 1947 an, als die Londoner Konferenz der Außenminister der vier Siegermächte abgebrochen war. Am 20. März verließ die Sowjetunion den Allierten Kontrollrat für Deutschland. Am 1. April begann die "kleine Blockade" Berlins, das heißt die Russen griffen die Alliierten wiederholt an, zum Beispiel mit meheren Kontrollen zwischen West-Deutschland und Berlin. Am 3. April begann der Marshall-Plan, ein amerikanisches Auslandshilfsgesetz.

Am 18. Juni 1948 wurde die wertlose Reichsmark durch die "Deutsche Mark" ersetzt. Jeder Westberliner bekam 60 D-Mark. Das Vertrauen in der neuen Währung war so groß, daß viele Konsumgüter, die von den Schaufenstern verschwunden waren, plötzlich wieder auftauchten. Gleich darauf wurde in der Ostzone die D-Mark-Ost geschaffen.

Am 24. Juni wurde die Strom- und Wasserversorgung blockiert, und am nächsten Tag setzte General Clay in Washington das Unternehmen "Luftbrücke" durch.

Die Blockade für die 2,1 Millionen West-Berliner sollte 322 Tage dauern.



Die Blockade.


Die sowjetische Besatzungsmacht verfügte daraufin für den 24. Juni 1948 die Sperrung des gesamten Personen- und Güterverkehrs von und nach West-Berlin. Die Lieferung von Kohle, Strom und Lebensmitteln aus den sowjetisch besetzten Gebieten wurde eingestellt. Die Rüssen blockierten die Straßen, die Eisenbahnen, und die Flußschiffahrt.

Aber die Antwort der Allierten kam schnell. In wenigen Tagen war die größte Luftlandoperation organisiert, die die Welt zu sehen bekam.

Auf dem Höhepunkt der Gespanntheit zwischen den zwei Blöcken befürchetete der amerikanische Präsident Harry Truman einen Dritten Weltkrieg, und ließ im Juli 1948 60 B-29 Bomber mit Atomwaffen in England stationieren.


Die Flugzeuge.


Rund 380 amerikanische, britische und französische Flugzeuge wurden eingesetzt. Über die Hälfte davon waren amerikanische C-54 Skymaster. Diese viermotorigen Flugzeuge folgten die zweimotorige C-47 Dakotas, die in den ersten Tagen der Luftbrücke gebraucht wurden.

Sie landeten im 90 Sekunden-Abstand auf den Flugplätzen Tempelhof, Gatow und auf der Havel. Später landeten sie auch auf dem neu errichteten Flughafen Tegel.

Von Juli bis Dezember 1948 landeten britische Sutherland-Flugboote auf der Havel und dem Wannsee. Es war der letzte Großeinsatz von Wasserflugzeugen.


Der "Candybomber."


Im August 1948, im blockierten Berlin, das siebenjährige Mädchen Mercedes Wildt hörte jeden Tag das Surren der Flugzeuge. Und jeden Tag suchte es auch das C-47 geflogen von dem Captain Gail Halverson. Halverson war auch als der "Candy Bomber" bekannt, der "Bonbonschütze". Als er seine tägliche Ladung mit Nahrung und Kohlen in Berlin transportierte warf er eine Menge Bonbons ab für die Kinder in den West-Berliner Sektoren. Aber er verfehlte immer Mercedes Haus.

Endlich schrieb das Mädchen Halverson einen Brief, und wies ihm an um weißen Hühnchen zu schauen, daß sie auch einen Abwurf bekommt. "Ich wartete, wartete, wartete," errinerte sich heute Wildt, 57 und Physiker in Berlin. "Am Ende kam ein Brief mit einer Menge von Gummis und Bonbons. Mein "schokolade Uncle", wie ich ihn nannte, entschuldigte sich und sagte, die Hühnchen wären nicht zu finden." Halverson, heute 77 und im Ruhestand Air Force Colonel, errinerte sich wie er die Zielscheibe suchte. "Aber es waren keine weißen Hühnchen zu sehen," sagte er. (TIME, 18. Mai 1998)



Das Ende der Luftbrücke.


Im Januar 1949 gab Stalin zu erkennen, daß eine Aufhebung der Blockade denkbar wäre. Nach einer Konferenz der vier Siegermächte beendete die Sowjetunion am 12. Mai 1949 die Blockade, ohne nur eines ihren Ziele erreicht zu haben.


Nach der Luftbrücke, die Gründung der BRD und der DDR.


Die BRD : 1948 werden die Westzonen zu einer "Trizone" zusammengeschlossen. Am 8. Mai 1949 verabschiedet der "Parlamentarische Rat" ein "Grundgesetz" für den westlichen Teil Deutschlands.

Die DDR : Ende 1947 tritt der "Deutsche Volkskongreß" zusammen. Sein oberstes Organ, der "Deutsche Volksrat", erarbeitet die Verfassung der DDR. Diese wird am 30. Mai angenommen und tritt am 7. Oktober 1949 in Kraft.


Lehre aus der Krise.


Eine der Lehre dieser Luftbrücke war wenn man einen Krieg verlieren sollte, verliert man ihn am besten gegen die Vereinigten Staaten von America.

Die Luftbrücke war das Ende des deutschen Problems, das 1871 mit der ersten Einheit begann. Das erste Reich führte zum ersten Weltkrieg. Das Versailleser Abkommen bereitete dann den Weg für Hitler vor. Die amerikanische Politik beendete diese Situation.

Der "Sieg" des Westens und der West-Berliner, die damals ihre Freiheit retteten, konnte den beginnenden Kalten Krieg nicht verhindern. Während der Berliner Luftbrücke spaltete sich die Welt in zwei gegnerische Blöcke, eine Teilung, die erst vierzig Jahre später am selben Ort ihr Ende finden sollte.



ZUM LESEN :

"Operation Vittles, the Berlin Airlift."

"Als aus Siegern Freunde wurden," die sechs Phasen der Luftbrücke.

Die Berliner Blockade, ein Projekt des Leistungskurses Politische Weltkunde im 2. Semester an der Katholischen Schule Salvator: